12. Stifterversammlung am 11.10.2022

12. Stifterversammlung am 11.10.2022

Ein umfangreiches Programm absolvierte die Versammlung der Bürgerstiftung Großenlüder im Lüderhaus. Jürgen Bien begrüßte als Vorsitzender die rund 65 Teilnehmenden und dankte dafür, dass sie sich Zeit genommen hätten, um sich den Aufgaben und Interessen der Stiftung zu widmen. Das wurde zum Schluss der Sitzung mit Unterhaltung durch den Künstler Wolf Mihm belohnt.

Bürgerengagement sei immens wichtig für die Region, sagte Jürgen Bien, es kräftige die demokratischen Strukturen und mache die Heimat lebenswerter und leistungsfähiger. Das sei auch der Anlass für die Gründung der Stiftung vor 12 Jahren gewesen. Die Tatsache, dass sich das Ehrenamt seit vielen Jahren im Wandel befinde und aufgrund vieler Einflüsse sinke, erfordere neue Formen bürgerschaftlichen Engagements. So wolle auch die Bürgerstiftung Großenlüder ein Garant dafür sein, Menschen in der Region eine Plattform zu bieten, um sich aktiv unter dem Leitmotiv „Gutes besser tun“ einzubringen.

Die Bürgerstiftung unterstützt mit Einzelhilfen für Bedürftigen, fördert Vereine und gemeinnützige Institutionen, Schul- und Kindergartenprojekte, Initiativen für die Seniorenarbeit sowie kulturelle, musikalische und sportliche Aktivitäten.

Das traditionelle Grußwort sprach Dr. Klaus Uebelacker, der als Zustifter der Bürgerstiftung schon viele Jahre nahesteht. Er betonte die Wichtigkeit der Arbeit der Stiftung und wünschte auch in der Zukunft guten Zuspruch.

Im Rahmen der Rechenschaftsberichte informierte Vorstandsmitglied Heike Münker über die geförderten Projekte, die mit einer Gesamtsumme von 6.900 Euro unterstützt wurden: Neben den Bücherschränken als Dauerprojekt gehörten dazu die Ausstattung eines „Freiraums“ in der Lüdertalschule sowie die Unterstützung der „Bike-School“, einer Nachmittags-AG rund um das Thema Mountainbiken. Auch die seit Jahren etablierte Lüdische Lauschnacht auf dem Bauernhof der Familie de Beisac in Eichenau wurde wieder veranstaltet.

Mechthild Weber-Sakoucky berichtete über die Arbeit der Gremien im Einzelnen. So ergaben sich Veränderungen im Vorstand: Silvia Hillenbrand und Werner Leister gaben ihre Vorstandsmandate an Mechthild Weber-Sakoucky und Regina Wurst ab. Der Vorsitzende des Kuratoriums, Karl-Heinz Buus, und die Kuratoriumsmitglieder Günther Swoboda und Georg Gottwald wurden in der letztjährigen Stifterversammlung verabschiedet, die neue Vorsitzende Petra Kaffanke sowie weitere sieben Personen in das Kuratorium gewählt sowie die Bestellung der Vorstandsmitglieder bestätigt.

Klaus Schönherr vom Vorstand stellte die finanzielle Entwicklung und den Jahresabschluss vor. Den Gesamteinnahmen in Höhe von fast 18.000 Euro stehen Ausgaben in Höhe von knapp 8000 Euro gegenüber. Durch die Gewinnung weiterer Zustifter konnte das Stiftungskapital aufgestockt werden. Nach Hinzunahme der freien Rücklage ergibt sich ein Stiftungsvermögen von fast 109.000 Euro.

Die Kuratoriumsvorsitzende Petra Kaffanke informierte über die Aufgaben sowie Beschlüsse des Kuratoriums. Die gute Zusammenarbeit innerhalb der Gremien ist durch die Teilnahme der Vorsitzenden oder Stellvertreterin an den Vorstandssitzungen sichergestellt.

Bürgerstiftung Großenlüder beging 11. Stifterversammlung und stellte personell neue Weichen für die kommenden Jahre

Bürgerstiftung Großenlüder beging 11. Stifterversammlung und stellte personell neue Weichen für die kommenden Jahre

Die Bilanz des Jahres 2020, das Grußwort und die Spende von Matthias Böse von der Sparda Bank Hessen eG, die personelle Neuaufstellung der Gremien und ein fantastisches Konzert von Joyful, das waren die Highlights in der 11. Stifterversammlung.

Matthias Böse überreicht einen Scheck in Höhe von 2.000 € an den Vorstand der Bürgerstiftung

Grußwort und Schecküberreichung

Das traditionelle Grußwort wurde von Matthias Böse von der Sparda Bank Hessen eG gesprochen. Böse, der die Bürgerstiftung schon oft unterstützt hatte, berichtete, dass er das Wirken der Bürgerstiftung in der Gemeinde seit vielen Jahren verfolge. Mit der Überreichung eines Schecks in Höhe von 2.000,- € nahm er das gesamte ehrenamtliche Engagement vieler Menschen in den Blick: „Ohne Sie wäre unsere Gesellschaft ärmer.“

Jahresbericht 2020

Das Stichwort „Corona“ zog sich durch den Bericht des Vorstands.

Viele Aktivitäten, die anlässlich des 10-jährigen Bestehens geplant waren, mussten abgesagt oder verschoben werden.

Trotzdem zog der Vorsitzende Jürgen Bien eine positive Bilanz: „Wir genießen hohes Vertrauen, wir stehen für erfolgreiches Wachstum und wir schaffen Bleibendes und wirken nachhaltig. Damit sind und bleiben wir verlässliche Partner für die Menschen, die Unternehmen und die Institutionen in der Region Großenlüder.“

In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass die Bürgerstiftung in den zurückliegenden Jahren über 70.000,- € an Projetträger und/oder finanzielle Hilfen an private Personen ausgezahlt hat. Das Stiftungskapital ist in dieser Zeit auf über 100.000,- € angewachsen.

Die Vorstandsmitglieder Silvia Hillenbrand, Werner Leister und Klaus Schönherr berichteten über Projekte und Finanzen. So wurden die selbst initiierten Projekte wie Bücherschränke und Lüdische Lauschnacht Corona-konform durchgeführt. Letztere wird immer mehr zu einem Magnet für Kinder und Erwachsene durch die professionellen Erzähler:innen sowie der Atmosphäre auf dem Hof der Familie de Beisac in Eichenau.

Eines der großen Projekte, welches gemeinsam mit der Gemeinde als Bauherr durchgeführt und im August 2020 eingeweiht wurde, ist das Gradierwerk im Sodegarten. Die Bürgerstiftung hat dieses Projekt initiiert und durch akquirierte Geld- und Dienstleistungsspenden mit mehr als einem Drittel der Baukosten gefördert.

Hervorgehoben wurde auch die Plakataktion in allen Ortsteilen, wo Vorstandsmitglieder für mehr Mitstreiter:innen warben. Das Konzept ging auf, denn viele Bürger und Bürgerinnen haben sich zur Mitarbeit entschlossen.

Die finanzielle sowie die Kapitalentwicklung der Bürgerstiftung entsprechen der Kontinuität der letzten 10 Jahre. Auch wenn die Erlöse aus den Kapitalanlagen nicht zufriedenstellend sind, so konnte die Bürgerstiftung ihrem verfassungsgemäßen Auftrag zur Förderung der Projekte entsprechen und der gesetzlichen Verwendung der zur Verfügung gestellter Mittel nachkommen.

Für das Kuratorium gab der Vorsitzende Karl Heinz Buus den Bericht ab.

Er betonte, dass der Vorstand hervorragend gearbeitet habe und zwischen ihm und dem Kuratorium eine angenehme Atmosphäre herrsche. Die Diskussionen seien von hoher Sachlichkeit geprägt.

Neubestellung der Mitglieder im Kuratorium

Verabschiedung von verdienten Vorstands- und Kuratoriumsmitgliedern

Die Kuratoriumsmitglieder werden lt. Verfassung jeweils für 5 Jahre bestellt. Aus dem „alten Kuratorium“ schieden aus persönlichen Gründen Gunther Swoboda, Georg Gottwald und Karl-Heinz Buus. Ebenso hatten sich Silvia Hillenbrand und Werner Leister entschieden, aus persönlichen Gründen nicht mehr für den Vorstand zu kandidieren.

Der Vorsitzende Jürgen Bien dankte allen, würdigte ihre Leistungen der vergangenen Jahre und überreichte Präsente.

Für die Neubestellung der Mitglieder des Kuratoriums hatte der Stiftungsvorstand und das noch bestehendes Kuratorium einen gemeinsamen Vorschlag mit 15 Kandidaten und Kandidatinnen präsentiert:

Das neu gewählte Kuratorium der Bürgerstiftung Großenlüder
  • Günther Appel
  • Marco Auth
  • Karola de Beisac
  • Astrid Fischer
  • Anja Gärtner
  • Monika Gies
  • Josef Helfrich
  • Marco Herbert
  • Ilona Jestädt
  • Hans-Peter Janisch
  • Petra Kaffanke
  • Peter Lang
  • Bernhard Meister
  • Mario Wehner
  • Prof. Dr. Frank Unger

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurden alle durch die stimmberechtigten Mitglieder der Stifterversammlung einstimmig gewählt. Der Vorsitzende gratulierte und freute sich auf eine gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Die Bestellung des Vorstandes durch das Kuratorium steht noch bevor.

Rahmenprogramm

Musik-Gruppe JOYFUL

Im anschließenden Konzert bot die Gruppe JOYFUL unter der Leitung von Theo Sauer einen Höhepunkt nach dem anderen und überraschte mit unglaublicher Vielfalt in der Songauswahl und sechs ganz unterschiedlichen, aber hervorragenden Solostimmen. Von Musical- Melodien, wie “I dreamed a Dream” aus dem weltberühmten Musical Les Miserables, gesungen und sich selbst auf der Gitarre begleitend von Lisa Jockwitz, über Gospel wie “Wade in the Water”, in einer jazzigen Version interpretiert von Celin Höpfner, oder Welthits wie Elton John’s Ballade “Candle in the Wind”, bei der der jüngste der Gruppe, Collin Cäsar, 15 Jahre alt, beweisen konnte, mit welch außergewöhnlichen Talent er gesegnet ist.

Zwei sehr unterhaltsame Stunden waren viel zu schnell vorbei. “Time to say goodby” (Marie Wettels) und Halleluja (Maureen Kirsch) gab’s als Zugabe. Das Publikum applaudierte lange und viele äußerten die Hoffnung, dass diese nicht das letzte dieser tollen jungen Gesangsgruppe in Großenlüder war!

9. Stifterversammlung der Bürgerstiftung

9. Stifterversammlung der Bürgerstiftung

9. Stifterversammlung der Bürgerstiftung ganz unter dem Motto: “Gemeinsam statt einsam” Positive Bilanzen und beeindruckende Aktivitäten aus 2018 standen im Mittelpunkt

“Frei können wir nur gemeinsam sein. Freiheit funktioniert nicht, wenn der Einzelne immer nur Rechte für sich in Anspruch nimmt und immer mehr Verantwortung den anderen aufbürdet.”

Roman Herzog, Bundespräsident a.D.

Jürgen Bien, Vorsitzender der Bürgerstiftung, eröffnete mit diesem Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog die 9. Stifterversammlung. Er nahm Bezug auf den Begriff „Gemeinsam“ und stellte fest, dass Gemeinschaft als die ursprüngliche Form des Zusammenlebens und als Grundelement der Gesellschaft gelte. Dies sei im Wertekanon ein wesentliches Element, für das die Bürgerstiftung Großenlüder stehe.

In der Begrüßung aller Anwesenden stellte er fest, dass die Bürgerstiftung im zurückliegenden Jahr 5 % der in Großenlüder lebenden Bürger und Bürgerinnen auf unterschiedlichster Weise erreicht habe. Ob in Veranstaltungen oder als Ideen-, Wissen- oder Geldspender bzw. Stifter; es habe aufrichtige und kontinuierliche Unterstützung gegeben. Darauf seien die Mitglieder der Gremien stolz, weil zielgerichtetes Interesse erkennbar gewesen sei. Vielfältige Projekte und Förderungen hätten realisiert und umgesetzt werden können.

Das schon traditionelle Grußwort, welches immer aus dem Kreis der Erststifter erfolgt, hielt das Kuratoriumsmitglied Georg Gottwald. Die von ihm gestellt Frage, warum die Bürgerstiftung gegründet worden sei, beantwortete er mit der Entwicklung der Gesellschaft zu mehr Egoismus und Vorteilsnahme. Gottwald forderte dagegen mehr Engagement, mehr gegenseitige Toleranz und Achtung ein.

Er stellte die Familie als die kleinste und wichtigste Einheit innerhalb der Gesellschaft dar und forderte die Rückbesinnung auf deren ureigenste Aufgabe. Dazu gehöre, dass jeder verantwortungsbewusste Bürger sich zugunsten der Gemeinschaft einzubringen habe. Die Bürgerstiftung wolle ihren Teil dazu beitragen.
Er erinnerte aber auch daran, dass es nur gemeinsam mit den Mitbürgern funktioniere und rief die Anwesenden zur Mithilfe auf, sei es als Spender, Zustifter oder aber durch ihren persönlichen Einsatz.

Jürgen Bien

Der Jahresbericht 2018 erfolgte in Form einer Präsentation, wobei in Wortbeiträgen wie auch in Bildern immer wieder das Motto „Gemeinsam statt einsam“ aufgegriffen wurde, welches als Grundmotiv für die ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder im Vorstand und Kuratorium stehe.

Heike Münker, verantwortlich für die Projektarbeiten und Fördermaßnahmen, nannte die in 2018 geförderten Projekte, die mit einer Fördersumme von über 8.200 € unterstützt wurden, so u.a. die Bücherschränke, die Erzähltage mit der 1. Lüdischen Lauschnacht, den Generationen– Gesundheits – Bewegungspark in Großenlüder, das Eltern- und Nachbarschaftsprojekt „Platz der Begegnung für Jugend und Kind“ Im Klingenfeld in Bimbach, die Förderung der Passionsspiele der Kath. Kirchengemeinde sowie die finanziellen Hilfen an private Menschen in besonderen Notlagen. Werner Leister, zuständig für die Stifterbetreuung und -gewinnung berichtete von den größten Aktivitäten des vergangenen Jahres, u.a. von der Benefizveranstaltung “InterMezzo”.

Er zeigte erste Bilder von dem großen Projekt “Gradierwerk im Sodegarten” welches von der Bürgerstiftung erdacht und nach langer Vorarbeit nun gemeinsam mit der Gemeinde in 2019 verwirklicht werde. Zu seinem Ausblick gehört auch ein Benefizkonzert, welches am 12.10.2019 im Lüderhaus von der Bürgerstiftung gemeinsam mit dem Musikverein Großenlüder geplant sei. Es spielen die “Eifeler Musikanten”.

Silvia Hillenbrand, zuständig für die Gremienarbeit, berichtete von der Vorstandsarbeit, die gemeinsam mit einzelnen Arbeitskreisen quasi als Ideenschmieden arbeite und hob nicht nur das ehrenamtliche, sondern vor allem das gemeinschaftliche Handeln hervor. Sie betonte die Freude und den Spaß, der nach 9 Jahren immer noch vorhanden sei und richtete ihren Appell an die Bevölkerung, sich als Ideen- oder Zeitspender oder mit finanzieller Hilfe der Bürgerstiftung zum Wohle der Region Großenlüder anzuschließen.

Klaus Schönherr, Schatzmeister, gab Informationen zum Jahresabschluss. Im Jahr 2018 hatte die Stiftung Gesamteinnahmen in Höhe von 12.730,95 € (aus Spenden, Kapitalerträgen aus dem Benefizkonzert plus sonstige Einnahmen). Die Gesamtausgaben in Höhe von 10.778,17 € setzen sich im Wesentlichen aus den Förderprojekten zusammen, wie Heike Münker sie genannt hatte.
Das Stiftungskapital konnte auf 87.995,00 € aufgestockt werden. Durch die Hinzuführung der 5.100,00 € aus der freien Rücklage ergibt sich ein Stiftungsvermögen von 93.105,00 €. Die Bilanzsumme beläuft sich zum 31.12.18 auf 97.650,19 €.

Karl Heinz Buus, Vorsitzender des Kuratoriums erinnerte an die Aufgaben der Kuratoriumsmitglieder, die im Berichtsjahr gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern vertrauensvoll erfüllt wurden. Er stellte fest, dass der Vorstand eine hervorragende Arbeit zum Wohle der Gemeinde und der Stiftung leistet.

Die Stifterversammlung nahm den Jahresbericht und die Rechenschaftsbericht zustimmend zur Kenntnis.

Jürgen Bien bedankte sich bei den Kolleginnen und Kollegen aus dem Vorstand und betonte das gute “Wir-Gefühl”, welches sich über all die Jahre hinweg gehalten habe.

Ebenso dankte er im Namen des Vorstandes den Damen und Herren des Kuratoriums für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Auch denjenigen, die mit guten Kontakten und Beziehungen helfend und unterstützend zur Seite stünden, sowie der Gemeinde Großenlüder für deren Unterstützung dankte der Vorsitzende. Der anschließende Vortrag von Henning Scherf, Bürgermeister a.D. aus Bremen „Gemeinsam statt einsam“, der das Leben im Alter zum Thema machte, war ein voller Erfolg und zeigte, wie mit Lust, Freude und einer Portion Neugierde Wohn- und Lebenssituationen im Alter gemeistert werden können.

Neugierig und voller Lust aufs Leben

Neugierig und voller Lust aufs Leben

Henning Scherf zu Gast bei der Bürgerstiftung Großenlüder / „Gemeinsam statt einsam“:

Aus dem Leben der berühmten Bremer WG

„Gemeinsam statt einsam“, der Vortragstitel von Henning Scherf, dem hierzulande gewiss populärsten WG-Bewohner, beschreibt, was sich viele Menschen vor allem auch für ihr Alter wünschen. Und nach den höchst unterhaltsamen Einblicken in seine Wohn- und Lebenssituation, mag sich mancher im Lüderhaus Großenlüder gedacht haben: Es muss ein Vergnügen sein, mit diesem klugen, vitalen, humorvollen und liebenswerten 80-jährigen Menschen zusammen zu wohnen.

Dr. Henning Scherf

Wie Henning Scherf, von 1995 bis 2005 Bremer Bürgermeister, und seine Frau Luise vor 32 Jahren ein neues Kapitel ihrer Lebensgeschichte aufschlugen, ist auch in heutigen Zeiten noch ungewöhnlich. Die beiden, damals noch keine 50 Jahre alt, kauften gemeinsam mit Freunden ein Haus in der Bremer Innenstadt und lebten fortan zu zehnt unter einem Dach – aber jeder mit eigener Wohnung. „Doch geschlossen sind die Türen seitdem eigentlich noch nie gewesen“, sagte Scherf.

Das Experiment ist geglückt und für viele ein erstrebenswertes Zukunftsmodell geworden. Woran es lag, dass es so gutging und -geht, das konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer aus nahezu jedem Satz erkennen: Die Zehn wohnen zusammen, aber eben nicht nur. Ihr Wohnkonzept ist vielmehr ein Lebenskonzept: Menschen zu nehmen wie sie sind, nicht an Wohlstand oder Ruhm zu messen, sondern an ihrem Herzen, langmütig zu sein und manchmal auch Demut zu zeigen, Nähe zu empfinden und gleichermaßen Grenzen zu respektieren. Was er damit meinte, wurde sehr rasch deutlich bei Scherfs heiteren Anekdoten, aber vor allem bei den schweren, den tragischen Momenten, die manchmal Jahre überdauerten. „Schon bald nach unserem Start begleiteten wir eine Freundin in den Tod. Tag und Nacht ließen wir sie nicht allein“, sagte er und schilderte eindrücklich, dass jeder dies auf seine Weise tat, wie sehr es alle miteinander verband und wie das Sterben zu ihrem gemeinsamen Leben gehörte.

Doch Hennig Scherf berichtete nicht nur leidenschaftlich und voller Vergnügen aus seinem Leben, er nutzte das große Interesse der Menschen daran auch für Appelle, gleichermaßen an Junge und Alte und (Lokal-)Politiker. Gemeinsame Erfahrungen von Jung und Alt sind für ihn wesentliches Schmiermittel der Gesellschaft. „Viele Millionen Menschen sind allein, Junge wie Alte, und es braucht Menschen, die in der Lage und bereit sind, auf andere zuzugehen, sich zu kümmern und Vertrauen aufzubauen“, sagte er. Großes Potenzial sieht er vor allem auch in den Frauen und Männern seiner Generation. „Ich bin glücklich, dass ich in einer Zeit alt werden kann, in der so viele Leute mit mir zusammen alt werden. Und viele wollen und können auch etwas bewegen“, sagte er und erklärte: „Überall, wo es uns gelingt, dass Ältere und Jüngere regelmäßig miteinander zu tun haben, verschaffen wir beiden großartige Erfahrungen: Kinder fühlen sich beschützt, Eltern werden entlastet, Ältere fühlen sich gebraucht und gewinnen an Fröhlichkeit. Wir sind eine Chance für die Zivilgesellschaft.“

Beispielhaft erzählte Hennig Scherf von einem bemerkenswerten Projekt an einer Bremer Grundschule, an der er und mittlerweile 30 andere regelmäßig einmal pro Woche mit den Kindern spielen, malen, essen, gärtnern, lesen – eben gemeinsame Erfahrungen schaffen und wunderbare Erfolge erreicht haben. Solche positiven Entwicklungen zu fördern, liege auch in der Verantwortung der Politik, mahnte Scherf. Man müsse den Kommunalpolitikern sagen: „Baut keine Alten-Ghettos, schaut in euren Städten und Dörfern, wo es leerstehende Gasthäuser, Bäckereien oder Bauernhöfe gibt, aus denen man Begegnungsstätten machen kann. Lasst eure Alten nicht allein, sondern überlegt, wie ihr mittendrin in eurer Gesellschaft Plätze für sie findet.“

Dazu gehöre jedoch auch die Bereitschaft der Menschen, Neues auszuprobieren, offen zu sein und Anderes zu wagen. „Seien Sie neugierig auf das Alter, sehen Sie darin die Möglichkeit, dass man noch viele spannende Erfahrungen machen kann“, gab er den Gästen mit auf den Weg, die ihnen mit anhaltendem Applaus feierten.

Mit herzlichen Dankesworten und einem Präsent wurde Henning Scherf von Stiftungsvorstand Jürgen Bien verabschiedet.

8. Stifterversammlung der Bürgerstiftung Großenlüder stand unter dem Motto „Zeit“

8. Stifterversammlung der Bürgerstiftung Großenlüder stand unter dem Motto „Zeit“

Positiver Rechenschaftsbericht und Grußwort von Martina Büchsel. Über den beeindruckenden und sehr lebendigen Vortrag von Orturd Tornow wird in der nächsten Ausgabe des Lüdertalboten berichtet.

Die Vorstandsmitglieder der Bürgerstiftung Großenlüder gaben in ihrer 8. Stifterversammlung den Stifter und Spendern sowie einem interessierten Publikum im Lüderhaus einen Überblick über die Aktivitäten und geförderten Projekte des vergangenen Jahres und stellten die finanzielle Entwicklung vor.

Jürgen Bien, Vorstandsvorsitzender, begrüßte alle mit der Frage, was wäre, wenn es die Bürgerstiftung Großenlüder, die in 2010 gegründet wurde, nicht geben würde, bzw. es sie nie gegeben hätte. Seine Antwort stellte quasi das Fazit von 7 ½ Jahren dar: „Vieles wurde an innovativem Engagement praxistauglich realisiert und die Stiftung konnte sich mit vielen Unterstützern für die Belange unserer Region Großenlüder einsetzen“. Gleichzeitig warb er für ein aktives Mitmachen der Bürgerinnen und Bürger, die durch Geld, Zeit und Ideen die nachhaltige Entwicklung der Stiftung unterstützen und entwickeln können. „Der Einfallsreichtum und die Sachkunde vieler können Probleme lösen und das Zusammenleben verbessern.“

Das alljährliche Grußwort, welches immer an ein/e Erststifter/in vergeben wird, wurde in diesem Jahr von Frau Martina Büchsel gehalten, die selbst ein hohes ehrenamtliches Engagement in Politik und Gesellschaft einbringe, so Bien in seiner kurzen Anrede. Büchsel begründete ihre Entscheidung, Stifterin zu werden, damit, dass sie nicht nur die Idee gut fand, sondern denjenigen helfen wollte, die anderen helfen. „Die Bürgerstiftung tut der Gemeinde gut“, lautet ihr Fazit nach über 7 Jahren. Gleichzeitig warb auch sie für das „Mitmachen und Mitfinanzieren“ durch weitere Bürger und Bürgerinnen in der Heimatgemeinde.

Der Jahresbericht 2017 erfolgte in Form einer Präsentation, in der immer wieder in ausdrucksstarken Bildern das Thema „“Zeit“ eine Rolle spielte. Mit dem Zitat: „Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit die uns etwas gibt“ machte Bien deutlich, dass die Zeit, die ehrenamtlich von den Gremienmitgliedern und weiteren Helfern/innen eingebracht würden, keine „verlorene“ Zeit sei, sondern ein persönlicher Gewinn bedeute.

Heike Münker, verantwortlich für die Projektarbeiten und Fördermaßnahmen, nannte die geförderten Projekte, die mit insgesamt 7.046,93 bezuschusst wurden; unter anderem die Förderung der „Natur- und Werkstattgruppe“ in der Kita Müs, den Regionalen Ökumenischen Kirchentages, den Generationen-Gesundheits-Bewegungspark in Großenlüder und die Förderung der Nachwuchsausbildung des Jugendorchesters im Musikverein Großenlüder. Außerdem berichtete sie über die eigen-initiierten Projekte wie die Bücherschränke und die Erzählwerkstatt als Ferienprogramm für Kinder.

Werner Leister, zuständig für die Stifterbetreuung und –gewinnung berichtete von dem großen Benefizkonzert im Herbst 2017, wo vier Musikvereine aus der Großgemeinde ein gemeinsames Konzert gegeben hatten. Er gab auch gleich einen Ausblick. So wird es am 19.10.2018 ein Benefizkonzert mit der Gruppe „Intermezzo“ in der St. Georg Kirche in Großenlüder geben. Und es gibt Bemühungen, am Sodegarten mit finanzieller Hilfe der Bürgerstiftung einen Teil des historischen Gradierwerkes exemplarisch und als Anschauungsprojekt wieder zu erstellen.

Silvia Hillenbrand, zuständig für die Gremienarbeit, konnte von einem vertrauensvollen Miteinander des Vorstandes und des Kuratoriums berichten. Alle Aktivitäten und Arbeiten werden ehrenamtlich geleistet und somit werde die Bürgerstiftung mit viel Freude und Herzblut weiter entwickelt. Da die Bürgerstiftung auf Langlebigkeit ausgelegt sei, sehe man eine hohe Verantwortung in der Bewahrung und Vergrößerung des Stiftungskapitals. Dankbar sei man für jede Hilfe, die nicht in Gremien gebundene Bürger und Bürgerinnen immer wieder, vielfach projektbezogen, leisteten. Ein Evaluierungsprozess über die Attraktivitäten der Stiftung und deren Bekanntheitsgrad sei angelaufen. Dazu gäbe es im ersten Schritt eine Postkartenaktion, die als Werbung für die Stiftung großflächig verteilt werden soll.

Klaus Schönherr, Kassierer und Schatzmeister, gab den Jahresabschluss bekannt. Den Gesamteinnahmen in Höhe von 8.760,82 € (aus Spenden, Benefizveranstaltungen und Kapitalerträgen) standen Ausgaben in Höhe von 9.239,82 € gegenüber, die überwiegend in die Projektförderung geflossen sind. Das Stiftungsvermögen betrug zum 31.12.17 91.576,02 €. und die Bilanzsumme 96.897,41 €.

Karl-Heinz Buus, Vorsitzender des Kuratoriums gab ebenfalls seinen Bericht ab, der auch die Aufgaben des Kuratoriums erklärte. Sie sind vor allem in der beratenden Tätigkeit gegenüber dem Vorstand zu sehen und in der Überwachungsaufsicht. Er lobte die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Kuratorium und sprach dem Vorstand seinen Dank für die hervorragend geleistet Arbeit aus.

Die Stifterversammlung nahm den Jahresbericht zur Kenntnis. Ebenso wurden die Rechenschaftsberichte der Gremien für das Geschäftsjahr 2017 verfassungskonform zur Kenntnis gegeben und entgegen genommen.

Zum Schluss des offiziellen Teils bedankte sich Jürgen Bien bei den Mitgliedern der Gremien, bei allen helfenden Hände, bei den Spendern und Förderern der Stiftung, sowie bei der Gemeinde Großenlüder, die immer wieder unterstützend tätig sei.

Wie schon in der Überschrift angemerkt, hielt Frau Ortrud Tornow, wertgeschätzte Beraterin im Managementbereich und der Führungskräfte- und Unternehmensentwicklung, ein spannendes Referat mit dem Titel: „Gönn Dir Zeit – es ist Dein Leben“, über welches wir in der nächsten Ausgabe des Lüdertalboten berichten werden.

7. Stifterversammlung: Bürgerstiftung bleibt erfolgreich!

7. Stifterversammlung: Bürgerstiftung bleibt erfolgreich!

Planung eines Benefizkonzertes von 4 Musikvereinen aus Großenlüder am 17.11.17 im Lüderhaus unter dem Titel:

“Jeder ein Original – zusammen ein Konzert”

Jürgen Bien

Gleich zu Beginn der Begrüßung stellte der Vorsitzende der Bürgerstiftung Großenlüder, Jürgen Bien, zwei Forderungen für eine positive Entwicklung innerhalb der Gesellschaft auf: die Notwendigkeit einer neuen gesellschaftlichen Beteiligungskultur und eine größere Wertschätzung von Seiten der Politik. Unterstützt sieht er sich dabei von Dr. Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, die er zitierte:

“Unsere Bürgerstiftungen sind ein klassisches Beispiel für ein erfolgreiches Miteinanderwirken. Es ist wichtig, dass wir auch jungen Menschen zeigen, dass es sich lohnt, gemeinsam etwas aufzubauen”.

Genau in dieser Verantwortung sieht sich die Bürgerstiftung Großenlüder und bemüht sich um Eigenverantwortung der Bürger als Grundlage für den Gemeinsinn.

Diesjährige Grußwortsprecherin: Susanne Böse

Das traditionelle Grußwort eines Erststifters / einer Erststifterin sprach Susanne Böse, die in der Bürgerstiftung mehrere Jahre lang die Aufbauarbeiten mit gestaltet hatte. Sie erörterte die Frage, was eine Bürgerstiftung und ein Familienbetrieb – in ihrem Fall die Natursteinwerke Max Böse – gemeinsam haben. Visionen für die Zukunft, Liebe und Leidenschaft, das seien die wesentlichen Grundelemente, die in beiden Institutionen notwendig seien. Dazu kämen flache Hierarchien und soziale Verantwortung als Grundlage für Entscheidungen.
Böse wies aber auch darauf hin, dass ein Familienunternehmen am Markt nur bestehen könne, wenn es sich ständig weiter entwickelt. So sei für die Bürgerstiftung der Dialog mit den Bürgern der Gemeinde notwendig, um sich selber zu evaluieren und für eine erfolgreiche Zukunft sorgen zu können.

Rechenschaftsbericht

Der Rechenschaftsbericht über das Jahr 2016 erfolgte in Form der Präsentation, die in Anlehnung an die Bewerbung in der Staatskanzlei der Hessischen Landesregierung zur Stiftung des Jahres erarbeitet worden war.
Es begann mit der Erzählung einer Geschichte von Heike Münker, auf die die Präsentation aufbaute. Die in 2010 gegründete Bürgerstiftung wurde mit einem Samenkorn vergleichen, der in die heimatliche Erde von Großenlüder gelegt wurde. Silvia Hillenbrand und Werner Leister stellten in Bildern die Aktivitäten, die geförderten Projekte, die Benefizveranstaltungen und die eingegangenen Spenden und Zustiftungen vor. Diese bildeten die Grundlagen für das Gedeihen und Wachsen der Bürgerstiftung, die sich zu einer Blumenwiese entwickeln konnte, fest verwurzelt, bzw. integriert innerhalb der Gemeinde.

Diese Metapher kam beim Publikum gut an. Eine Stimme:

„das war die lebendigste Präsentation von Bilanz, Zahlen und Tätigkeitsbericht die ich je erlebt habe“ und eine andere: „Es war ein Genuss, Euch allen zuzuhören, Super Veranstaltung“.

Die Aktivitäten können dem Jahresbericht 2016 auf der Homepage der Bürgerstiftung entnommen werden: hier klicken

Den Jahresabschluss stellte Klaus Schönherr vor.
Den Gesamteinnahmen in Höhe von 8.060,45 € (aus Spenden, Benefizveranstaltungen und Kapitalerträgen) standen Ausgaben in Höhe von 6.431,15 € gegenüber. Mit diesen Geldern wurden Bücher angeschafft, das Erzählfestival ausgerichtet, das Projekt „Musik verbindet Generationen“ des Bimbacher Musikanten 1919 e.V. sowie die Flüchtlingshilfe Großenlüder unterstützt und ein Kinderfest für den MFV Condor Lüdertal e.V. gefördert.

Ende 2016 betrug das Stiftungsvermögen 87.594,23 €, die Bilanzsumme 91.994,25 €.

Karl-Heinz Buus, Vorsitzender des Kuratoriums, gab den Rechenschaftsbericht dieses Gremiums bekannt und nannte die personellen Veränderungen, die es durch die verfassungsgemäßen Neuwahlen gegeben hatte. Das Kuratorium habe seine Aufgaben, die überwiegend in der Überwachung und Beratung des Vorstandes bestehe, in mehreren Sitzungen wahrgenommen. Er bescheinigte dem Vorstand eine hervorragende Arbeit und betonte, dass der Stiftungszweck auch in 2016 erreicht worden sei.

Als besonderes Highlight in 2017 plant die Bürgerstiftung am 17. November ein gemeinsames Konzert von 4 heimischen Musikvereinen als Benefizveranstaltung unter dem Titel: „Jeder ein Original – zusammen ein Konzert“ im Lüderhaus. Die beteiligten Musikvereine sind: MFM Müs, Musikkapelle Kleinlüder e.V., Bimbacher Musikanten 1919 e.V. und Musikverein Großenlüder e.V..

Das Impulsreferat hielt in diesem Jahr Peter Scholz, Musicalproduzent bei der Spotlight-Musical GmbH. Darüber wird in der nächsten Ausgabe des Lüdertalboten berichtet.

Gastredner bei der Stifterversammlung Manfred Schüler

Gastredner bei der Stifterversammlung Manfred Schüler

Verantwortung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern heute: “Alte Pfade verlassen – neue Pfade finden”

Jürgen Bien, Vorsitzender der Bürgerstiftung Großenlüder begrüßte zur 6. Stifterversammlung den diesjährigen Gastredner, Herrn Manfred Schüler, langjährigen Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Fulda, Kenner der sich ständigen veränderten Arbeitswelt und dem Miteinander zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor allem in den kleinen und mittelständischen Handwerksbetrieben.

Probleme und Entwicklung

Schüler nannte nicht nur Probleme, sondern zeigte die Entwicklungen der vergangenen Jahre auf, nannte Ursachen und vor allem auch Strategien, wie unter den veränderten Strukturen die neuen Verantwortungen verteilt werden müssen.
Beginnend mit dem seit langem bekannten aber zu spät beachteten Demografische Wandel schlug er den Bogen zu der heutigen Notwendigkeit einer Work-Life-Bilance, unter der das Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum Partnerschaftsverhältnis führen müsse.

1995 war der Trend zu erkennen

Schon 1995 sei bekannt gewesen, dass die Zahl der Hauptschüler deutlich abnehmen und Auswirkungen auf die Auszubildenden habe werde. Waren es 2005 noch bundesweit über 477.000 Ausbildungsverträge, kamen in 2014 weniger als 370.000 zustande, eine alarmierende Abnahme. Da das Handwerk seine eigenen Fachkräfte zu nahezu 100 % selbst ausbilde, sei eine Überalterung der Beschäftigten absehbar. Damit stelle sich die Handlungsfrage: weniger Angebote von Dienstleistungen, Betriebsgröße und Mitarbeiterzahl verringern, Betriebe schließen?

Fachkräftemangel und Rückgang der Auszubildenden

Hier werde deutlich, dass es nicht mehr genüge, nur “einen neuen” Weg zu nutzen, sondern die Gesamtbreite einer mehrspurigen Autobahn zu nutzen. Führe man sich vor Augen, dass der Mangel an Fachkräften zum Konkurrenzkampf führt, so müsse gerade die gewerbliche Wirtschaft mit den Mitarbeitern auskommen, die zur Verfügung stehen. Das heißt, die Arbeit muss auf qualifizierte wie auf weniger qualifizierte Kräfte verteilt werden, bzw. die Betriebe müssen ihre internen Schulungen dem Angebot anpassen. Wenn beispielsweise heute im Baugewerbe der Region bei einem Bedarf von jährlich 100 Lehrverträgen nur 50 – 60 neue Lehrverträge geschlossen würden, müsse der Unternehmer “seine” Ausbildungsplätze für junge Menschen attraktiv machen, vermehrt auf standardisierte Arbeitsabläufe setzen und die weichen Standortfaktoren beachten, mit denen Arbeitskräfte gewonnen werden könnten. Weiche Faktoren seien vor allem flexible Arbeitszeiten, Weiterbildungs- und Aufstiegschancen, Betriebsklima, Vergütung, Gesundheitsprogramme und natürlich die Work-Life-Balance. Dieser “neue” oder “moderne” Begriff sei die Weiterentwicklung des bisherigen Begriffs “Vereinbarkeit von Beruf und Familie” und stehe für die Notwendigkeit, das Arbeits- und das Privatleben in Einklang zu bringen. Wem es gelingt, diesen an Bedeutung gewinnenden Anspruch der Arbeitnehmer für den Betrieb zu nutzen, der könne mit positiven Leistungen rechnen.

In die Reihen der Existenzgründer sagte Schüler: “Der Selbstständige arbeitet selbst und ständig. Aber das, was er von sich erwartet, wird er nicht mehr von allen seinen Mitarbeitern erwarten können. Das eigene Unternehmen muss für Mitarbeiter interessant werden; notfalls muss der rote Teppich ausgerollt werden.” Dazu könne z.B. auch die Möglichkeit genutzt werden, gemeinsam mit anderen Betrieben einen Kindergarten zu betreiben, Sport- und Fitnessangebote machen und vor allem Aufstiegschancen anbieten.

“Wer neue Wege geht und seine Mitarbeiter Wert schätzt, der schafft es auch, das Arbeitsverhältnis zum Partnerschaftsverhältnis umzuwandeln.”

Auch mit Hauptschulabschluss Studium möglich

Schüler richtet seine Botschaft auch an Eltern, die für ihr Kind ausschließlich das Gymnasium vorsehen: “Auch mit einem Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer Meisterprüfung kann man einen Studienplatz erreichen.” Für Arbeitgeber sprach Schüler das “Duale Studium” an, wo betriebliche Praxis und theoretisches Wissen auf einem entsprechend hohen Niveau miteinander verknüpft werden.

Kaum noch Nachfolger in Handwerksbetrieben

Die Fortführung der Unternehmen ist für Schüler ein weiteres wichtiges Thema. So stünden in unserer Region in den nächsten 15 Jahren mehr als 35 % aller Handwerksbetriebe zur Übergabe an. Die alten Pfade, wo der Betriebsinhaber sein Kind als Nachfolger sehr spät akzeptiert, seien längst überholt. Die Weichenstellungen müssten deutlich früher erfolgen.

Rente gleich 40% des Bruttogehalts

Als wichtiges Feld sieht Schüler die Entscheidungen für das Leben nach der beruflichen Tätigkeit. Wer die Faustregel: Rente gleich 40 % des Bruttogehalts anwende, der liege in etwa richtig. Daraus folgt, dass eine zusätzliche freiwillige Altersversorgung fast schon zwingend erforderlich sei. Hier könnten Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam neue Wege gehen. Modelle dazu gäbe es genügend. Sein Appell an die Arbeitgeber lautet: “Machen Sie auch im Sinne des sozialen Friedens die Altersversorgung zum Thema.”

Bien dankte Manfred Schüler für seinen Vortrag: “Die Botschaft ist angekommen. Nur mit klarem Ziel vor Augen und den Willen zu Veränderungen werden die gesellschaftlichen Probleme und die Probleme auf dem Arbeitsmarkt gemeistert werden können.”

6. Stifterversammlung der Bürgerstiftung Großenlüder

6. Stifterversammlung der Bürgerstiftung Großenlüder

Nach 5 Jahren personelle Neubestellungen in den Stifterorganen

Um es gleich vorweg zu berichten: Jürgen Bien ist der „alte“ und der „neue“ Vorsitzende des Vorstands, Karl-Heinz Buus der „alte“ und der „neue“ Vorsitzende des Kuratoriums der Bürgerstiftung Großenlüder. In beiden Organen gibt es einige personelle Veränderungen und gleichzeitig Bewährtes.

Alljährlich lädt die Bürgerstiftung Mitglieder und Öffentlichkeit zur Stifterversammlung ein, um zu berichten und Rechenschaft zu geben.

Jürgen Bien, Rainer Bickert, Günther Swoboda und Karl-Heinz Buus

Das Resümee umfasste einen größeren Zeitraum, denn die Bürgerstiftung arbeitet nun schon über 5 Jahre. Aus der Aufbauarbeit ist längst Kontinuität, Erfahrung und Erfolg geworden. Nicht ohne Stolz berichtete Jürgen Bien: „Die Stiftung hat mit einer Vielzahl von finanziellen Förderungen, mit Anschubfinanzierungen, mit selbst initiierten Projekten, mit Vorträgen und mit Benefizveranstaltungen den Leitgedanken „von Bürgern für Bürger“ nicht nur mit Leben erfüllt, sondern dazu beigetragen, dass die Gemeinnützigkeit angestoßen wurde, um so die Lebensqualität vieler Menschen in der Region zu stärken.“

Zu Beginn der Sitzung sei es üblich, dass einer der Erststifter ein Grußwort spricht.

Mit großer Trauer wurde festgestellt, dass der vorgesehene Redner, Norbert Langer, leider verstorben sei. Jürgen Bien würdigte ihn stattdessen als verdienten Bürger, der für die Region Großes geleistet habe und den alle in guter Erinnerung behalten werden. In einer Gedenkminute gedachte die Versammlung diesem großartigen Menschen.

Tätigkeitsbericht durch Jürgen Bien

In seinem Tätigkeitsbericht stellte der Vorsitzende die Erfolge der Bürgerstiftung im Berichtsjahr 2015 vor. Mit 10.432,64 € konnten 5 verschiedene Projekte bzw. Initiativen gefördert werden. Ein besonderes Highlight war der Ideenwettbewerb „Beste Großenlüderer Idee 2015“, den die Bürgerstiftung anlässlich ihres 5-jährigen Bestehens ausgeschrieben hatte. Es wurden drei Preise im Gesamtwert von 5.000 € vergeben.

Gemeinsam mit der Lüdertalschule und dem Schirmherrn, Bürgermeister Werner Dietrich, konnte ein Sponsorenlauf ausgetragen werden, in dem 2.400 € für die Bürgerstiftung erlaufen und gespendet wurden.

Beispielgebend für viele Einzelspenden nannte Jürgen Bien die Spende von Geschäftsführerin Simone Lang, die anlässlich der Eröffnung des „Ferdinand Workwear Shops“ in Höhe von 2.200 € an die Stiftung übergeben wurde.
Dass die Bürgerstiftung von der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden als „Stiftung des Monats“ ausgezeichnet wurde, zeigt, dass auch das ehrenamtliche Engagement einer relativ kleinen Stiftung seine Beachtung findet.

Finanzielle Entwicklung der Stiftung und Jahresabschluss durch Klaus Schönherr

Einen Rückblick auf die allgemeine Entwicklung der Bürgerstiftung zeigte Klaus Schönherr anhand von Zahlen auf. So hat sich die Anzahl der 94 Erststifter in 2010 auf nunmehr 104 Stifter erhöht. Die Spenden liegen im Jahresdurchschnitt bei ca. 6.000 €. Insgesamt hat die Stiftung in den letzten 5 Jahren 30.000 € Fördermittel vergeben. Im gleichen Zeitraum hat sich das Stiftungsvermögen von 66.925 € auf 79.545 € erhöht. Die näheren Ausführungen über die Kapitalentwicklung und den Jahresabschluss bitten wir dem Protokoll zu entnehmen, welches auf der Homepage noch veröffentlicht wird.

Projekte und Fördermaßnahmen durch Heike Münker

Wie in jedem Jahr wurde das Vorlese- und Erzählprojekt fortgesetzt (Bücherschränke, Teilnahme am Bundesweiten Vorlesetag).
Neben dem Ideenwettbwerb wurde eine finanzielle Förderung in Höhe von 3.000 € an die Passionsspielgemeinschaft für das weit über die Grenzen der Region hinausgehende Event vergeben.
Die AG LEGO Mindstorms und LEGO WeDo der Lüdertalschule erhielten für ihre Weiterentwicklung und für die Teilnahme an Wettbewerben eine Förderung von 1.400 €.
Die Arbeit für die Flüchtlinge in Großenlüder wurde mit der Einrichtung eines Spendenkontos, entsprechenden Spendenaufrufen sowie der aktiven Mitarbeit von Mitgliedern des Kuratoriums unterstützt.

Bericht aus dem Kuratorium von Karl-Heinz Buus

„Die Aufgaben des Kuratoriums bestehen überwiegend aus der Überwachung und Beratung des Vorstands, welches im gegenseitigen Vertrauen ausgeführt wird“, bescheinigte Buus. Außerdem seien einige Mitglieder verstärkt in der Flüchtlingshilfe tätig.

Neubestellung und personelle Veränderungen in Vorstand und Kuratorium

Da die Amtszeit der beiden Organe auf fünf Jahre begrenzt sei, müsse man Neubestellungen vornehmen, so Jürgen Bien und Karl-Heinz Buus.

Aus persönlichen Gründen scheiden folgende Mitglieder aus dem Kuratorium aus:

Rainer Bickert,
Werner Leister,
Thomas Mohr und
Walter Möller.

Aus dem Vorstand scheidet ebenfalls aus persönlichen Gründen Günther Swoboda aus, kandidierte aber gleichzeitig für ein Amt im Kuratorium. Für ihn rückt Werner Leister in den Vorstand.

Jürgen Bien dankte allen für die intensive Mitarbeit, die ja vor allem auch die Aufbauarbeit der Bürgerstiftung beinhaltet habe.

Im Anschluss an die Stifterversammlung hielt Herr Manfred Schüler, ehemaliger Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Fulda einen interessanten Vortrag über die heutige Verantwortung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer „Alte Pfade verlassen – neue Wege finden“. Hierüber wird in einer der nächsten Ausgabe des Lüdertalboten berichtet.

Außerdem wird in einer der nächsten Ausgabe die Neubesetzung des Vorstandes und des Kuratoriums bekannt gegeben.

5. Stifterversammlung: Stiftungsvermögen von 80.900 €

5. Stifterversammlung: Stiftungsvermögen von 80.900 €

Die Bürgerstiftung war, ist und bleibt eine gute Sache”, mit diesem Satz brachte der Grußwortredner Hans Georg Gies die Wirkung der Bürgerstiftung Großenlüder während der 5. Stifterversammlung auf den Punkt.

Jährlich findet die vorgeschriebene Stifterversammlung der Bürgerstiftung Großenlüder in einem Bürgerhaus der Großenlüderer Ortsteile statt und die Bürger/innen sind dazu eingeladen. In diesem Jahr tagte die Stiftung in Uffhausen und konnte ein volles Haus vorweisen. Sicher hatte das auch etwas mit dem renommierten Gastredner Thomas Sitte zu tun, der über das Thema “Sterben gehört zum Leben” referierte. Die Bürgerstiftung berichtete über den Vortrag in der letzten Ausgabe des Lüdertalboten.

Jürgen Bien, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, eröffnete die Sitzung mit folgender Klarstellung: “Mit gesellschaftlichem Engagement Verantwortung zu übernehmen ist eine der Lösungen, um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Mit dieser Zielsetzung arbeitet die Bürgerstiftung im Rahmen ihrer vorgegebenen Möglichkeiten. Das bedeutet hinsehen und nicht wegsehen; nicht zur Seite treten, sondern etwas tun”.

Grußwort des Erststifters Hans Georg Gies

Neben den Rechenschaftsberichten des Vorstandes und des Kuratoriums sprach traditionsgemäß einer der Erststifter ein Grußwort. Hans Georg Gies, geschäftsführender Gesellschafter der Metzgerei Gies, begründete seine Motivation, sich in der Stiftung zu engagieren, unter anderem damit, dass die Stiftung politisch unabhängig arbeite. Er fühle sich bestätigt, da die Stiftung schon vielfältige Hilfe geleistet habe. Einen Denkanstoß hinsichtlich eines Engagements im Ausbildungsbereich gab er den Gremien der Stiftung mit auf den weiteren Weg.

Rechenschaftsbericht der Bürgerstiftung

Die Rechenschaftsberichte aus dem Vorstand wurden von Jürgen Bien, Klaus Schönherr und Heike Münker gegeben.

Jürgen Bien bezeichnete es als Erfolgsbilanz, dass die Stiftung verschiedene Projekte und Initiativen mit insgesamt 3.318,28 € im Berichtsjahr 2014 gefördert habe:

Lese- und Erzählprojekt
Bücherschränke mit den bekannten Tauschmöglichkeiten von Büchern
Zuschuss für die Anschaffung seniorenfreundlicher Bildschirme und Software an das Senioren-Internet-Café
Zuschuss für den Ankauf von Krippen durch den Kultur-, Heimat- und Geschichtsverein Großenlüder

Da der Förderbetrag gerade einmal zu 16,7 % aus den Kapitalerträgen des Stiftungskapitals gespeist werden konnte, sei die Stiftung zusätzlich auf Spenden angewiesen und es werde auf die Durchführung von Benefizveranstaltungen gesetzt. So sei als besonderes Highlight in 2014 die Benefizveranstaltung der Tanzsportgemeinschaft Künzell (TSG) mit dem Programm “Show Time” im Lüderhaus zu nennen. Der TSG und allen mithelfenden Händen wurde besonders gedankt. Ein Dankeschön ging an Wilhelm Lang, der zum 25-jährigen Jubiläum der Firma IWETEC GmbH auf Geschenke verzichtet und zur Spende für die Bürgerstiftung aufgerufen hatte. Herr Lang stockte den Spendenbetrag auf 5.000 € auf und förderte damit die Aktivitäten der Bürgerstiftung.

Wie Klaus Schönherr berichtete, konnte die Bürgerstiftung am 31.12.2014 ein Stiftungsvermögen von 80.900 € vorweisen. Wer sich genauer über die Kapitalentwicklung oder Aktivitäten der Stiftung informieren möchte, kann dies im Protokoll der 15. Stifterversammlung nachlesen, das die Bürgerstiftung auf ihrer Seite www.buergerstiftung-grossenlueder.de veröffentlicht. Ebenso wird der Jahresbericht 2014 auf der Seite der Bürgerstiftung zur Verfügung gestellt.

Bericht des Kuratoriums

Der Kuratoriumsvorsitzende Karl Hein Buus bescheinigte dem Vorstand eine gute Arbeit, berichtete über die Aufsichtsfunktion des Kuratoriums und stellte die Aktivitäten der Kuratoriumsmitglieder vor. Dabei nannte er als Beispiel die Winterkleidersammlung für Asylbewerber, die kurz vor Weihnachten durchgeführt wurde.

Zur personellen Entwicklung gab er bekannt, dass das Kuratoriumsmitglied Gabriele Jopp wegen Wegzugs aus Großenlüder ausgeschieden sei. Für ihre Arbeit dankte ihr Karl-Heinz Buus und stellte fest, dass eine Neubesetzung im Rahmen der Neuwahlen in 2016 erfolgen werde.

Zukunft der Bürgerstiftung

Als Ausblick auf das Jahr 2015 wurde von Heike Münker darauf hingewiesen, dass die Bürgerstiftung aufgrund ihres 5-jährigen Jubiläums zu einem Ideenwettbewerb 3 Preise mit einem Preisgeld von insgesamt 5.000 € ausgelobt habe. Bewerbungsfrist ist der 18. Mai 2015. Auch hier sind die Unterlagen und Beteiligungskriterien im Netz einsehbar.

Darüber hinaus werde die Bürgerstiftung am 23. Juli 2015 gemeinsam mit der Lüdertalschule einen Sponsorenlauf durchführen und am 15. November 2015 ein Benefizkonzert in der St. Georg Kirche in Großenlüder mit dem Pianisten Frank Tischer anbieten.

Mit dem Wunsch, dass sich viele Bürger und Bürgerinnen bei der Stiftung engagieren und einbringen, aber auch der Bitte, die angebotenen Veranstaltung zu besuchen, beendete Jürgen Bien die 5. Stifterversammlung.
“Die Stiftung arbeitet ehrenamtlich für die Menschen in der Region Großenlüder. Wir können mit Ihnen gemeinsam Gutes tun, brauchen aber auch Ihre offenen Augen und Ohren, um zu wissen, wo Hilfe benötigt wird. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf. Alles wird vertraulich behandelt.”

4. Stifterversammlung der Bürgerstiftung Großenlüder

4. Stifterversammlung der Bürgerstiftung Großenlüder

Mit über 6.000 € wurden in 2013 verschiedene Projekte gefördert und Personalwechsel im Vorstand.

Gutes verbreiten, statt neu erfinden – Netzwerke nutzen, statt alleine zu agieren – das spart Zeit, Geld und Kraft und ist der beste Hebel, um mit einer Idee viel zu bewirken.
Helfen kann jeder!

Begrüßung durch den Vorsitzenden Jürgen Bien

Die Bürgerstiftung Großenlüder hatte zur 4. Stifterversammlung öffentlich nach Bimbach eingeladen. Der Vorsitzende, Jürgen Bien, beschrieb in seiner Begrüßung die Idee der seit 2010 bestehenden Bürgerstiftung:

“Wir wollen Netzwerker sein, Menschen zusammenführen, gute Ideen zum Wachsen bringen, Wissen weitergeben und zur Weiterentwicklung unserer Heimat beitragen”.

Als interessante Alternative verwies er auf die Möglichkeiten, Stiftungsfonds und Treuhandstiftungen unter dem Dach der Bürgerstiftung einzurichten.

Im Vorgriff auf die Rechenschaftsberichte stellte er fest, dass die Bürgerstiftung als glaubwürdige Institution wahrgenommen werde. Gerade bei Vereinen und anderen gemeinnützigen Einrichtungen habe sich die Stiftung als verlässlicher Partner bewährt. So habe die Stiftung für Bildung, Soziales, und Kultur mehr als 6.000 € an Fördermitteln ausgeschüttet.

Gleichwohl sei es wichtig, die Bedürfnisse in der Gemeinde zu analysieren sowie die Bürgerstiftung selber wie auch weitere Projekte zu evaluieren. Somit werde sich die Bürgerstiftung einer rückwirkenden Wirkungskontrolle stellen und eine vorausschauende Steuerung von Projekten vornehmen. Über diese “Zukunftsaufgabe” werde die Öffentlichkeit informiert.

Grußwort Christa Hendus

Ein besonderes Grußwort, welches traditionsgemäß von einem Stifter oder einer Stifterin gehalten wird, sprach Christa Hendus. Sie berichtete aus eigenen Erfahrungen mit der Bürgerstiftung und stellte eine mögliche Stiftungsidee in den Mittelpunkt, die sich mit der musikalischen Früherziehung von Kindern auseinandersetzt.

Rechenschaftsberichte

Die Rechenschaftsberichte zum Berichtsjahr 2013 wurden von Jürgen Bien, Klaus Schönherr, Heike Münker und Karl-Heinz Buus vorgetragen.

Als Erfolg verbuchte die Stiftung die Förderung von verschiedenen Projekten, die von der Stiftung mit 6.032,70 € finanziert wurden:

  • Weiterentwicklung des 2011 ins Leben gerufenen Vorleseprojekts zum Erzählprojekt.
  • Anschaffung von Büchern für die mobilen Bücherschränke.
  • Förderung der Fotoausstellung “Bimbach in alten Zeiten”
  • Förderung einer vom Hochwasser geschädigten Familie
  • Förderung der Projektes “Naturnaher Spielraum in Bimbach”
  • Die eingegangenen Spenden und Stiftungen betrugen 6.744,10 €.

Dabei bezeichnete Bien das kulinarische Benefizevent “Kochen mit Koch” in der Hessenmühle als besonderes Highlight. Der Teilnehmerbeitrag wurde von Herrn Koch in voller Höhe von 1.360 € gespendet. Die Spenden- und Gewinnaktion zur Eröffnung des neuen REWE-Marktes wurde von den drei Betrieben Happ, Gies und Frau Hasenau aufgestockt, sodass der Bürgerstiftung 1.000 € überwiesen werden konnte. Daneben gab es namhafte private Spender.

Allen sagte Jürgen Bien ein herzliches Dankeschön.

Klaus Schönherr legte die Finanzen der Stiftung offen

Sie verfügte in 2013 über ein Spendenaufkommen von 6.744,10 €. Am 31.12.2012 belief sich das Stiftungsvermögen auf 77.895,00 €.

Fördermaßnahmen

Über die Fördermaßnahmen im Einzelnen berichtete Heike Münker und Karl-Heinz Buus gab den Bericht über die Tätigkeiten des Kuratoriums.

In diesem Zusammenhang berichtete er über die Bestellung von Silvia Hillenbrand in den Vorstand. Eine neue Personalbesetzung war notwendig geworden, da Susanne Böse aus dem Vorstand auf persönlichem Wunsch ausgeschieden ist. Buus dankte ihr für die gute, kreative und aktive Arbeit, die sie im Vorstand geleistet hatte.

Schlusswort

In seinem Schlusswort gab Bien einen kurzen Ausblick und betonte, dass jeder Bürger und Bürgerin der Region mithelfen könne, die Stiftung durch Ideen, Zeit, Spenden, Stiftungen, aber auch tätige Mitwirkung und Fürsprache bei anderen zu unterstützen.